Histogramm lesen und verstehen?

Cams, Bildbearbeitung etc.

Histogramm lesen und verstehen?

Beitragvon Michael2001 » 18.09.2016, 12:29

Moin,

nachdem ich seit etwa 3 Wochen Lightroom nutze, frage ich mich immer, wie man das Histogramm als Hilfsmittel zur Belichtung und zum Kontrast nutzt.
Oft sind die Bilder zu dunkel und haben zu wenig Kontrast, so die Ablehnungsgründe bei Bilderdatenbanken.

Aus diesem Grund frage ich mich immer, wie man aus dem Histogramm "ablesen" kann, ob das Bild zu unter- bzw. überbelichet ist?
Wie wendet man das Histogramm in der Bildbearbeitung ein?
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Re: Histogramm lesen und verstehen?

Beitragvon JPD » 18.09.2016, 12:59

Hallo!

Zum Einlesen erstmal drei Links:
http://www.photomonda.de/histogramm/
http://www.kleine-fotoschule.de/belicht ... htung.html
http://www.ah-spotting.de/038a339b5f125 ... index.html

Grob kann man sagen, wenn das Histogramm
-Links und rechts keine freien Bereiche hat
-Die Kurve links und rechts bei "0" beginnt
-Das Histogramm keine Lücken hat
erzielt man eine optimale Bildwirkung, was den Kontrast betrifft.

Daher wird bei der Bildebarbeitung immer versucht, das Histogramm des aufgenommenen Bildes genau so zu korrigieren. Bei "normalen" Bildern mit Hintergrund funktioniert das i.d.R. problemlos. Bei Fliegern in der Luft mit blauem Himmel als Hintergrund muss man ein wenig mit Augenmaß am Histogramm herumschieben.

Grüße
Jens
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Re: Histogramm lesen und verstehen?

Beitragvon Dirk » 19.09.2016, 11:29

Deine Bilder bei flickr finde ich jetzt aber in Ordnung. Wenn die Bilder natürlich wirken und es am Motiv selbst nix zu bemängeln gibt (schlechtes Wetter, Dunst, Gegenlicht etc.) und sie trotzdem abgelehnt werden, würde ich mir eine andere Datenbank suchen oder mich auf Flickr bzw. eine eigene Webseite beschränken, bevor ich so lange an meinen Bildern rumdoktorn tue, dass sie irgendeinem Screener, aber nicht mir gefallen. Flickr ist mittlerweile (für Recherchen) auch die bessere "Datenbank", da hier oft die aktuelleren Bilder zu sehen sind und man auch schlechte Bilder mit hohem Informationsgehalt präsentiert bekommt (z.B. seltener Flieger bei schlechtem Wetter, brandaktuelles Bild aus der Handy-Cam o.ä.).
Wir hatten gestern gerade wieder eine Diskussion am Zaun bezüglich der oft nicht nachvollziehbaren Ablehnungsgründe. Mir ist die Zeit jedenfalls zu schade, die ich in die Bearbeitung eines Bildes für irgendeine Datenbank investiere, wenn ich dann fadenscheinige Begründungen für dessen Ablehnung bekomme. Man sollte sich auch überlegen, ob es einem persönlich mehr "gibt", wenn die Bilder in einer Datenbank 300x geklickt werden, anstatt 30x, wenn man sie nur hier im Forum zeigt.
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Re: Histogramm lesen und verstehen?

Beitragvon Nase » 19.09.2016, 12:31

@ Dirk: 100% agree!

Sich dem teilweise kaum nachvollziehbaren Screening-Prozess bestimmter Datenbanken zu unterwerfen, habe ich schon lange aufgegeben. Da entsteht häufig der Eindruck, dass die persönliche Beziehung zum Screener wichtiger ist, als letztlich die Qualität des Fotos. Aber über das Thema kann man lange diskutieren... Hochladen oder nicht ist am Ende jedem selbst überlassen.

Gruß
Nase
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Re: Histogramm lesen und verstehen?

Beitragvon SWR » 19.09.2016, 18:38

@ Dirk und Nase
ihr habt beide schon Recht. Das Screening bei den Datenbanken ist nicht immer ganz transparent und nachvollziehbar.
Diese Erfahrungen musste ich selber auch schon machen und jeder der irgendwo hochlädt wird irgendwann mal dieses Problem haben.

Deswegen müsst Ihr den jungen Kollegen aber nicht gleich entmutigen seine Versuche zu unterlassen.
Evtl. kann er sich damit auch verbessern. Denn das wird er höchst wahrscheinlich nicht wenn er bei flickr hochlädt.
Aus meiner eigenen Erfahrung muss ich sagen, das meine Bilder mit dem Versuch Bilder in eine Datenbank zu bekommen besser geworden sind.
Auch ich habe x Versuche gebraucht mein erstes Bild bei Flugzeugbilder in die Datenbank zu bekommen.
Ausserdem hat jede Datenbank seine anderen Kriterien. Leider sind diese für neue Uploader nicht immer einfach zu erkennen.

Versuche erstmal "einfache" Bilder hochzuladen. Damit meine ich Bilder mit Sonne und keine mit nicht so guten Bedingungen.
Diese sind einfacher zu bearbeiten. Das finde ich zumindest.

Und nochmal zu deiner Frage: Was auch gut hilft einfach mal deine Bilder mit ähnlichen im Netz vergleichen.
Dann müsstest du bezgl. Kontast und Belichtung auch Unterschiede sehen.
Gruss Jens
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Re: Histogramm lesen und verstehen?

Beitragvon JPD » 19.09.2016, 19:50

Hallo!

Was Datenbanken betrifft kann ich Dirk und Nase nur zustimmen. Klar ist es ganz nett fürs Ego, wenn die eigenen Bilder dort auftauchen. Aber ich würde das auch nicht überbewerten, denn neben ein paar objektiven Kriterien ist es am Ende doch der Geschmack der Screener, der entscheidet. Und der ist manchmal nicht nachvollziehbar bzw. entspricht nicht unbedingt dem eigenen Geschmack. Ebensowenig ist es eine allgemeingültige Bewertung der Bildqualität. Das "bekannte" Fotografen auch mittelmäßige Bilder problemlos durchbekommen, ist schon ein auffälliges Phänomen. Als ich mich noch mit Eisenbahnfotografie beschäftigt habe und mit einer Kompaktknipse unterwegs war, wurde einmal ein Bild von mir abgelehnt mit dem guten Rat, doch mal eine richtige Kamera zu kaufen. Tja, für die Zeitschrift Eisenbahnkurier war der Kameratyp in den Exif-Daten wohl nicht so wichtig, nie habe ich für eine Veröffentlichung mehr Geld bekommen als für genau dieses Bild ;-)

Ich persönlich besuche Datenbanken inzwischen ohnehin eher selten. Wirklich herausragende Bilder muss man dort auch ordentlich suchen, und meist interessiert mich eh nur wie ein Flieger aussieht. Da tun es Flickr, Planespotters.net oder auch einfach eine Google Suche auch.

Es ist aber durchaus sinnvoll, wie von SWR beschrieben eigene Bilder mit welchen aus Datenbanken zu vergleichen. Gerade wenn man an einem schönen Tag in Frankfurt war, gibt es mit Sichertheit andere Bilder dort zu finden. Der Vergleich ist sehr interessant, und meiner Meinung nach gewinnen nicht immer die Bilder in den Datenbanken.

Aber zurück zum Thema: Ein Blick auf das Histogramm gehört für mich zum Standard bei der Bildbearbeitung. Gerade wenn man nach ein paar Dutzend Bildern schon etwas "betriebsblind" geworden ist. Aber auch da hat Dirk Recht, Augenmaß ist gefragt, man sollte nie stumpf nach dem Histogramm gehen.

Grüße
Jens
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Re: Histogramm lesen und verstehen?

Beitragvon SWR » 19.09.2016, 19:59

JPD hat Recht, dass man das Histogramm regelmäßig betrachten soll.
Das beginnt aber nicht erst im Postprocessing sondern sollte während eines Spottertages auch regelmäßig in der Cam kontrolliert werden. Und bei Bedarf mit entsprechenden Maßnahmen angepasst werden.
Gruss Jens
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Re: Histogramm lesen und verstehen?

Beitragvon JPD » 20.09.2016, 19:30

Hallo!

Um nochmal die Möglichkeiten zu zeigen, hier eine Jugendsünde von mir. Eine EOS 350D und ein grauenvolles Gurkenglas 80-200 lieferten dieses Ergebnis OOC:

Bild

Nach der reinen Bearbeitung des Histogramms (alle Farbkanäle) sieht das dann so aus:

Bild

Grüße
Jens
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